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(01. KW / 2017)


Hallo allerseits,

von wegen "nachrichtenarme" Zeit! Zwischen den Jahren wurde ein Mega-Deal publik, der die E-Reading-Szene in Deutschland mächtig durcheinanderrütteln könnte: die Telekom verlässt die Tolino-Allianz, und verkauft die Technologie-Plattform an den japanischen Konzern Rakuten. Der hat schon das kanadische E-Reading-Unternehmen Kobo geschluckt. Das Rätselraten, was Kobotolino für die deutschen Buchhändler bedeuten könnte, hat gerade erst begonnen.

Wenn sich die Großkopferten ins Tagesgeschäft einmischen, muss das nicht schlecht sein. Siehe Washington Post. Das zuvor kriselnde Blatt wurde von Amazon-Chef Jeff Bezos 2013 aufgekauft. Bezos verordnete eine Digital-Kur und investierte geschätzte 50 Mio. Dollar, das Ergebnis von 2016 kann sich sehen lassen: 50 Prozent Traffic-Plus, 40 Prozent Plus bei Online-Anzeigen, 75 Prozent Plus bei Digital-Abos. Noch konkreter: Die WaPo schreibt wieder schwarze Zahlen...

Im gallischen Dorf erschallt derweil der Schlachtruf: "Dégooglisons l'internet". "Niemand muss sich mit der Gleichschaltung des globalen Dorfes durch die Amerikaner abfinden", meint Pierre-Yves Gosset, Mitgründer von "Framasoft". Die Entwickler-Genossenschaft aus Lyon namens rührt einen digitalen Zaubertrank gegen "les GAFAM" (also Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft). Nach den vier Prinzipien frei, dezentralisiert, ethisch, solidarisch sind bereits Online-Alternativen zu wichtigen Web-Apps entstanden: Framapad statt Google Docs, Framasphere statt Facebook, Framatalk statt Skype, geplant ist auch Framatweet.

Dazu passt deine gute Nachricht aus deutschen Landen: die Börsenvereins-Tochter MVB "hat 2016 ihre Dienstleistungen für den Buchhandel erfolgreich zurückgefahren". Wie, die Schließung der BuyLocal-Offensive von buchhandel.de ist gar keine gute Nachricht? Okay. Es gibt aber trotzdem Good News: Mit GenialLokal, betrieben von der Einkaufsgenossenschaft eBuch und Libri, steht eine vernünftige Alternative zur Verfügung. Bücher online shoppen und den Buchhändler vor Ort unterstützen, das geht also auch 2017...




Beste Grüße aus Berlin-Mitte 
& bon Weekend,

Ansgar Warner




Blogschau

„Zeitgemäßer Schutz der Bestände“: DNB hält Print verborgen

„Der Bibliothekar muss den Leser als einen Feind betrachten“, ätzte einst Umberto Eco in seinem Essay „Die ideale Bibliothek“. Am besten sollte man Benutzer erst gar nicht ins Gebäude lassen, oder zumindest von den Büchern fernhalten. Was Gedrucktes betrifft, hält es nun die Deutsche Nationalbibliothek genauso. Neuerdings verkündet an den Standorten Frankfurt/Main und Leipzig ein Aushang am Eingang: „die digitale Ausgabe erhält ab sofort den Vorzug bei der Bereitstellung“. Liegt ein Werk sowohl gedruckt wie auch elektronisch vor, darf der Nutzer es nur am Bildschirm lesen.  (Weiterlesen)

Weihnachten als Digi-Ritual: Im Web geshoppt & verkloppt

Es gilt zwar nicht nur zur Weihnachtszeit, dann aber erst recht: die Deutschen sind im Laufschritt zu einer Nation der Online-Shopper und Online-Schenker mutiert. Sieben von zehn Bundesbürgern — so meldet der IT-Branchenverband Bitkom — wollten zum Fest 2016 Geschenke per Mausklick oder Fingertipp erwerben, noch vor zwei Jahren waren es erst 49 Prozent. Jeder fünfte möchte in diesem Jahr zwecks Bescherungs-Material sogar überhaupt kein physisches Ladengeschäft mehr betreten. Das nützt natürlich vor allem den großen Online-Portalen. (Weiterlesen)

Mehr Reichweite mit „interaktiven“ Leseproben?

Wie kann man literarische Texte — die nun mal vor allem eins sind: Texte — für das Online-Publikum schmackhaft machen, und zum Teilen in den sozialen Netzwerken verleiten? Ein beliebter Weg waren bisher Buch-Trailer: doch die müssen schon sehr gut gemacht sein, um eine nennenswerte Zahl von Likes zu erhalten. Die auf eine jugendliche Zielgruppe konzentrierten Random House-Verlage cbj und cbt setzen jetzt unter dem Label „read’n’go“ auf „interaktive“, d.h. durchklick- und scrollbare Leseproben“ mit eingestreuten Illustrationen und Animationen. (Weiterlesen)

Offene Android-Reader als Alternative zu Tolino & Kindle?

Die E-Reader-Hersteller stehen vor einem Dilemma: wie soll man sich noch von der Konkurrenz unterscheiden? Hohe Auflösung, kapazitives Touchscreen, Glowlight, Cloud-Anbindung,das haben jetzt alle. Bleibt eigentlich nur das Design der Benutzeroberfläche — hier bietet sich bei Readern auf Android-Basis die Möglichkeit, die Tür zum Android-App-Store bzw. Android Apps von Drittanbietern offziell zu öffnen. Der polnische Reader-Spezialist Arta Tech nutzt jetzt genau dieses Argument, um die neuen Modelle InkBook Prime und InkBook Classic 2 zu bewerben. (Weiterlesen)

Literatur-Marketing


Viel spannender als rein digitale Schreib- und Storytelling-Konzepte sind nicht selten hybride Ansätze, die via Web wieder zurück ins Analoge führen. Auch wenn es sich dabei im Vergleich zu den bekannten App-Angeboten großer Verlage meist eher um Geheimtipps handeln mag, die (noch) kein sehr großes Publikum erreichen. Eher zufällig habe ich kürzlich zum Beispiel die Plattform „Autorenexpress“entdeckt — bei der „Manufaktur für außergewöhnliche Literaturprodukte“ kann man Briefromane, Kurzgeschichten oder Gedichte per (Papier-)Post abonnieren.
Verfasst, verpackt und versendet werden die „Literaturprodukte“ von Indie-Autorin Nessa Altura. Manche werden die Böblinger Kultur-Entrepreneurin vielleicht schon über ihre thematischen Kurzgeschichten-Sammelbände wie „Potz, Blitz & Eis“, „Muscheln, Mut & Meer“ oder „Zucker, Zeck & Zeppelin“ kennen, die u.a. im Kindle Shop erhältlich sind.
Doch Altura betreibt mittlerweile auch eine ganz neue Vertriebs-Schiene: Statt die Shorties auf dem Reader zu lesen, kann man sie sich auch per Post zuschicken lassen — ein Jahr lang erhält man via „Luftpost“-Abo Monat für Monat eine neue Kurzgeschichte, illustriert und mit ein paar handschriftlichen Worten der Autorin versehen.
Noch interessanter finde ich das Konzept „PostFürSie! Ella meldet sich“ — ein über zwei Monate Woche für Woche fortgesetzer Brief- und Postkartenroman: „Ella meldet sich nach vielen Jahren bei ihrer alten Freundin – bei Ihnen, der Abonnentin von PostFürSie! Sie berichtet aus ihrem Leben, aber Sie müssen nicht antworten“, heißt es in der Produktbeschreibung. Ähnlich funktioniert „PostFürSie!Post aus Petersburg“— hier melden sich über ein halbes Jahr vier Charaktere aus dem St. Petersburg von 1780. (Weiterlesen)

Vor zwei Jahren auf E-Book-News

Rauben uns iPad, Kindle Fire & Co. den Schlaf? Ja, sagt neue Studie zu Lektüre auf LED-Displays


(02.01.2015) Es muss nicht immer die Story im Vordergrund sein, die uns bei abendlicher E-Lektüre den Schlaf raubt – manchmal ist offenbar auch der Hintergrund schuld, zumindest wenn es sich um ein hintergrundbeleuchtetes Display handelt. Das hat eine Forschergruppe am Bostoner Brigham and Women’s Hospital im Rahmen einer zweiwöchentlichen Studieherausgefunden: Teilnehmer, die vor dem Schlafengehen zwei Stunden auf einem iPad schmökerten, hatten hinterher deutliche Schwierigkeiten beim Einschlafen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die Bücher aus Papier nutzte.„Wir haben festgestellt, dass der natürliche circadianische Rhythmus duch das kurzwellige blaue Licht dieser Geräte durcheinander gebracht wird“, so die Neurowissenschaftlerin Dr. Anne-Marie Chang, Mitautorin der in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie.  (Weiterlesen)

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